Nov 06

Arbeitsbeginn

Die Zeit hier vergeht so unglaublich schnell. “Schon” fast zwei Monat arbeite ich jetzt bei Sueños und lerne die verschiedenen Gruppen und Kinder kennen.

Die Gruppen sind in Altersstufen eingeteilt. Die jüngsten sind in der Gruppe „reymundo“ (Alter:7-10) und lernen zur Zeit in ihren Gruppenstunden mit Alejandra die verschiedenen Kontinente und einige Länder darin kennen. Dabei wird typisch gekocht, die Flaggen gebastelt und Spiele aus den jeweiligen Ländern gespielt.

Die nächste Gruppe, für die 11-13 jährigen Kinder, nennt sich “musisazano”. Hier lernen die Kinder mit Natalia die verschiedenen Departamentos (Regionen des Landes- in Deutschland: Bundesländer) Kolumbiens kennen, dazu werden Musikinstrumente gebastelt und verschiedene typische Gerichte der jeweiligen Region gekocht. Am Freitag gibt es noch eine weitere Gruppe mit Karen, in welcher wir Dinge aus Alltagsgegenstaenden selber basten.

Die Jugendlichen aus Sueños (ab 13 Jahren) haben verschiedene Projekte. Ich selbst bin bei planetario dabei, in denen die jugendlichen in den verschiedenen Barrios (Vierteln) um Tierra Firme Recycling sammeln und dies trennen. Alle paar Wochen wird dies dann an eine Recyclingfirma verkauft. Von dem Erlös macht die Gruppe am Ende des Jahres eine Reise in eine andere Stadt.

Zusätzlich zu den beschriebenen Gruppen werden auch zwei Englischgruppen angeboten, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihre Englischkenntnisse entweder neben der Schule aufbessern oder auch neu erlernen koennen. Obwohl Englisch als Schulfach im Stundenplan steht, fällt es vielen Kindern schwer diese Sprache zu erlernen. In der Schule wird Englisch oft nur einmal in der Woche unterrichtet. Ausserdem beherrschen die Lehrer die Sprache oft selbst nicht sicher. Es wurde mir auch berichtet, dass die Kinder und auch die Lehrer sowie Eltern oft keine Notwendigkeit darin sehen eine weitere Sprache neben Spanisch zu erlernen. Dadurch wird natürlich auch die Motivation der Kinder zum Lernen nicht gefördert. Ein wichtiger Punkt ist darüber hinaus der Unterschied der Qualität vom Englischunterricht in den verschiedenen Schulen. Dies ist auch stark im Englischunterricht bei Sueños zu bemerken. Die Unterschiede im Wissensstand der Kinder sind deutlich und hängen damit zusammen, welche Schulen die Kinder besuchen.

Am Morgen werden normaler Weise die verschiedenen Gruppenstunden vorbereitet und besprochen. Die Gruppenstunden fangen ab 14:30 Uhr an, da der Unterricht dann beendet ist und gehen bis 20:30 (Englisch für die Jugendlichen und Erwachsenen).

Johanna ist die neue Freiwillige von Sueños especiales über die DPSG in Deutschland. Einmal in der Woche lerne ich zwei Stunden mit ihr Deutsch.  Dabei versuche ich sie ein wenig auf das Leben und die Sprache in Deutschland vorzubereiten.

Die Arbeit macht mit den Kindern macht mir unheimlich viel Spass. Da ich noch nie mit Kindergruppen gearbeitet habe, wusste ich nicht so genau was auf mich zukommt. Auch die Beschäftigung mit einer integrativen Gruppe ist mir neu und ich bin sehr positiv überrascht. Die meisten sind unheimlich interessiert und haben mich (nach meinem Gefühl) sofort herzlich und liebevoll aufgenommen. Sie stellen viele Fragen und wir spielen fleißig. Seitdem ich mit den Kindern in den Gruppen zusammenarbeite und natürlich auch mit den Mitarbeitern viel Zeit verbringe lerne ich viel Neues kennen und auch mein Spanisch wird dabei immer besser.

Dadurch, dass es mit der Sprache immer besser läuft, fühle ich mich selbst hier in dem Land auch immer sicherer und denke, dass ich gut angekommen bin. Die Sprache hat da natürlich einen riesigen Einfluss. Besonders ist mir in den letzten Wochen noch einmal die Freundlichkeit von allen Menschen hier aufgefallen. Wenn jemand das Gefühl hat, dass ich Hilfe brauche ist immer jemand zur Stelle und versucht weiterzuhelfen ohne Vorurteile oder der Erwartung von Gegenleistungen.

Ausserdem habe ich meine erste kleine Reise mit Simon und seiner Schwester (sie war hier zu Besuch) nach Medellin gemacht. Dort haben wir das Wochenende mit Julian (ehemahliger Freiwillige aus Deutschland) verbracht, da er dort lebt um zu studieren. Wir waren in Guatape und in den Bergen. Außerdem haben wir den Sonntag damit verbracht, uns einige Plätze in der Stadt selber anzuschauen und die Stadt

mit den öffentlichen Vekehrsmitteln zu erkunden. Medellin ist die einzige Stadt im Land mit einer Metro. Medellin ist wirklich eine unheimlich schöne Stadt mit vielem Facetten und Orten, die es sich wirklich lo

hnt zu erkunden. Ich hoffe, dass ich noch einmal die Möglichkeit bekomme nach Medellin zu reisen!

Ein Thema, welches mich hier die letzten Tage sehr beschäftigt hat, ist die Situation der Jugendlichen, die eine öffentliche Universität in Kolumbien besuchen. Freunde aus der hiesigen Uni haben mir berichtet, dass viele öffentliche Universitäten im Land streiken, da die Gelder für die öffentliche Schulbildung verkürzt werden sollen und viele Universitäten daraufhin privatisiert und somit kostenpflichtig werden.

Als ich das gehört habe, war ich sehr erschrocken. Das ist eine total neue und heikle Situation und mir als Person, die im deutschen Bildungswesen groß geworden ist als undenkbar erscheint. Bisher gibt es jedoch noch kein Ergebnis bzw. Entscheidung über die Zukunft der Universität.

 

Dieses Wochenende war ich mit der Gruppe „grafo“ vom German campen. Wir haben die Beendigung eines Projektes gefeiert! 

Wir haben viel Spass miteinander gehabt.

 

Am nächsten Wochenende kommt mich hier ein guter Freund besuchen. Ich habe sehr viele Ideen für Ausflüge, da es hier besonders aufgrund der wunderschönen Natur und Berge unheimlich viel zu sehen gibt. Am Ende seines Aufenthaltes werden wir für ein langes Wochenende die kolumbianische Insel San Andres besuchen.

 

Im allgemeinen habe ich wirklich das Gefühl mich gut hier eingelebt zu haben. Ich muss noch viel über das Arbeiten mit Kindern lernen, aber freue mich auf jede neue Erfahrung und alles, was in den nächsten Monaten auf mich zukommen wird!

 

1 Kommentar

    • Silvia Göhring-Fleischhauer on 3. Dezember 2018 at 13:51
    • Antworten

    Toll, was du alles erlebst!Gerne kannst du mir einen Blogbeitrag als Mail mit ein oder zwei Fotos per Mail schicken.Dann könnte ich das in der MonteNews veröffentlich.Ich denke, dass viele interessiert wären, die Ähnliches vorhaben.
    Vg
    SGF

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